Sein Leben

Das Leben von Clemens Maria Franz von Bönninghausen

Bönninghausen wurde im März 1785 in Herinckhave/Niederlande geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Münster immatrikulierte er sich 1803 in Groningen für Jura und schloß das Studium 1806 mit der Promotion ab. Danach war er am Hof des Königs Louis Bonaparte der Niederlande in verschiedenen Ämtern tätig, bis dieser 1810 abdankte. Daraufhin zog Bönninghausen auf das elterlich Landgut in Darup/Westfalen und widmete sich der Landwirtschaft und Botanik.

Talent und Fleiß auf beiden Gebieten schlugen sich in Publikationen nieder, die in Fachkreisen Anerkennung fanden. Daneben trat er 1816 das Amt des landrätlichen Kommissars des Kreises Coesfeld an.

Im Herbst 1827 erkrankte er an der damals häufigen, in aller Regel tödlich verlaufenden Lungentuberkulose und wurde von seinem botanischen Freund und homöopathischen Arzt C.E.A. Weihe (1779-1834) vollständig geheilt. Dieses einschneidende Ereignis führte zum Studium der Homöopathie, die 1796 von dem deutschen Arzt C.F.S. Hahnemann (1755-1843) begründet worden war.

Als erste Patientin konsultierte die damals schon bekannte Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) Bönninghausen (1829) und schrieb bereits ein Jahr später, daß er sich vor Patienten kaum noch retten könne.

Sein aufsehenerregender Erfolg als homöopathischer Praktiker führte 1843 dazu, daß er durch Verfügung König Friedrich Wilhelms IV. einem Arzt gleichgestellt wurde und ungehindert Patienten behandeln konnte.

Wenn Hahnemann als Begründer der Homöopathie gilt, so kann man Bönninghausen als Wegbereiter der homöopathischen Praxis bezeichnen. Er publizierte das erste praktikable Repertorium einschließlich definierter Gradeinteilung, gliederte die Patientensymptomatik in Haupt- und Nebensymptome, erarbeitete Mittelverwandtschaften und Arzneigenius, wies auf die Nützlichkeiten der Anwendung von Zwischenmitteln hin und erhob die C 200 zur Regelpotenz. Sein Ruf verbreitete sich in andere Länder, und er galt als wesentlichster Nachfolger Hahnemanns. Hochgeehrt starb Bönninghausen am 26.1.1864.

 

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